Volltextsuche auf: https://www.markt-schwaben.de
Eisstock am Badesee
Volltextsuche auf: https://www.markt-schwaben.de

Markt Schwaben im Wandel der Geschichte

Das Gebiet um das heutige Markt Schwaben war schon im 7. Jahrhundert besiedelt. Das bezeugen Gräberfunde. Schriftliche Überlieferungen zur Geschichte des Ortes selbst lassen sich bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Aus dieser Zeit stammt eine Urkunde, die von der Schenkung „einer Mühle bei den Schwaben" an das Kloster Ebersberg berichtet. Dies ist die erste urkundliche Nennung unseres Ortes "Schwaben".

Geschichte im Überblick

Namensgeber für Markt Schwaben waren Siedler aus dem alemannischen Raum „Suaben", das bedeutet übersetzt so viel wie „bei den Schwaben". Schwaben wurde später Hofgut und gehörte zum Gebiet der Grafen von Ebersberg. Dieses Geschlecht starb um 1045 aus und somit gingen sämtliche Besitzungen an das Kloster Ebersberg über. Im Jahr 1202 schenkte Graf Dietrich von Wasserburg und Hall die Villa Schwaben „villam, quae dicitur Swaben" mit allem, was ringsum zu dieser Villa gehörte, dem Kloster Attel. 1247 ging unser Heimatort vom Besitz der Grafen von Limburg/Wasserburg in das Eigentum des Hauses Wittelsbach über.
Im Jahre 1283 erbaute Herzog Ludwig II. der Strenge eine Burg, die mit einem Burggraben umgeben wurde und ab diesem Zeitpunkt Sitz der herzöglichen Verwaltung war. Der Richter vertrat die herzögliche Hochgerichtsbarkeit als Ausfluss der herzoglichen Gewalt über sämtliche Untertanen (Adelige, Freie und Unfreie) des Gerichtsbezirks. Der militärische Schutz, der von der Burg ausging, war dem Burgwart übertragen, aus dem die späteren Pfleger hervorgingen, die in ihrer Bedeutung bald über dem Richter und Kastner (Finanzverwalter) standen. 1280 existierte am Ort laut herzoglichem Urbar (Grundbuch) ein Kastenamt (Finanzamt). Bereits 1283 hatte Ludwig II. dem durch ihn vergrößerten Ort die Dorfgerichtsbarkeit verliehen.
In der Teilungsurkunde zwischen Herzog Rudolf I. und seinem jüngeren Bruder Ludwig IV., dem späteren Kaiser Ludwig dem Bayern, ist zu lesen: ...„Swoben purch und marcht" soll zu Ludwig gehören. Es ist hier die erste urkundliche Nennung des Marktrechts für unseren Ort. Die Marktrechte dazu müssen allerdings schon um das Jahr 1298 verliehen worden sein. Unter dem Marktfrieden konnten Handwerker und Kaufleute ihre Waren feilbieten, was Grundlage für einen anhaltenden wirtschaftlichen Aufstieg Schwabens war und die schon durch Burg und Gericht vorhandene Bedeutung im weiten Umkreis hob.
Bei einem Angriff der "Münchner Haufen" am Heiligen Abend 1394 wurden alle Urkunden vernichtet. 1409 wurden durch Herzog Stephan III. der Kneißl, die Rechte und Freiheiten für den Markt bestätigt und auch das ledig gewordene Wappen der Grafschaft Falkenberg an Schwaben verliehen. Es ist ein weißer Falke auf einem schwarzen Berg mit aufgehenden Flügeln in einem roten Felde.
Angenommen wird, dass Schwaben schon seit 1421 selbstständige katholische Pfarrei gewesen ist. In einer Urkunde von 1438 wird von einer Pfarrkirche in Schwaben geschrieben. Schon 1669 wurde der Grundstein für die heutige Pfarrkirche St. Margaret gelegt, die von Maurermeister Georg Zwerger aus Schliersee erbaut wurde. 1672 wurde die Pfarrkirche zusammen mit dem Hauptaltar auf den Namen und zum Gedächtnis der heiligen Margareta Jungfrau und Märtyrerin sowie den heiligen Aposteln Philippus und Jacobus geweiht.
1653 wurde das baufällige und viel zu kleine Rathaus auf dem Marktplatz durch einen Neubau ersetzt. Im Erdgeschoss war die Wohnung des Ratsdieners, ferner zwei Fleischbänke (Metzgerläden) und je ein Raum für einen Melber (Mehlhändler) und für einen Hafner. Im Fletz (Hausgang) waren die Feuerlöschgeräte untergebracht. Im Obergeschoss wohnte der Marktschreiber, der meist auch Lehrer und Organist war. Auf der Nordseite zum Oberbräu hin war die große Ratsstube. Die weite Diele im Obergeschoss war als Tanzbühne ausgebaut und auf dem Dach befand sich ein Turm mit einer kleinen Glocke.

Nach dem Abbruch des 240 Jahre alten Rathauses begann man 1893 mit einem Neubau. Der gesamte Nordteil des Erdgeschosses war für die Aufbewahrung der Feuerspritze und der übrigen Feuerlöscheinrichtungen bestimmt. Im Obergeschoss lagen die Amtsräume. Vor dem Rathaus wurde eine befahrbare Brückenwaage gebaut.  Durch den enormen Bevölkerungszuwachs nach dem letzten Krieg standen auch hier zu wenig Räumlichkeiten zur Verfügung und so wurde 1971 das heutige Gebäude auf dem Areal des Schlosses gebaut. Das 90 Jahre alte Rathaus auf dem Marktplatz musste im Zuge der Neugestaltung des Platzes weichen.
Am 08. April 1557 bewilligte Herzog Albrecht V. die Abhaltung der Jahrmärkte an den Quatembersonntagen und den darauf folgenden Montagen, die hauptsächlich als Viehmärkte genutzt wurden. Ferner erlaubte er an jedem Erchtag (Dienstag) einen Wochenmarkt abzuhalten. Der weiter aufblühende Ort, der Sitz des Landgerichtes war, erhielt 1532 das Eisenamtshaus (Gefängnis) mit 13 Zellen. Bis dahin wurden die Gefangenen im Verlies im Turm der Burg eingesperrt. 1638 wurde das Gefängnis durch den Feind verbrannt und gleich wieder mit Steinen aus der zum Teil abgebrannten Burg aufgebaut. Das letzte Blutgericht wurde im Jahre 1805 über zwei Grafinger Mörder verhängt, die durch Enthauptung mit dem Schwert im „Galgenhölzl" ihr Leben lassen mussten. Ab November 1841 wurden die Arrestanten in die neu erbaute Fronfest nach Ebersberg verlegt und das Eisenamtshaus 1842 versteigert.
Nach mehrmaliger Zerstörung und Wiedererrichtung entstand 1650 auf Befehl von Kurfürst Maximilian I. an Stelle der alten Burg ein Schloss. Der im Geviert geplante Schlossbau wurde nach dem Tode des Kurfürsten von seiner Witwe Maria Anna bis zur Fertigstellung im Jahre 1659 weitergeführt. An der Giebelseite des Nordtraktes, die nach Osten zeigte, wurde eine Kapelle gebaut, die zwei Glocken erhielt. Geweiht wurden diese der Hl. Maria Magdalena. 1725 empfing hier Clemens August, Sohn von Kurfürst Max Emanuel, die Priesterweihe aus der Hand des Freisinger Fürstbischofs. An der Giebelseite des Südtrakts führte eine Brücke über den Schlossgraben, die noch 1600 als „Schlagbrücke" oder „Aufzieprucken" mit einem „Gatter davor" genannt wird. Der Turm wurde 1718/19 abgebrochen und durch einen Springbrunnen ersetzt. Im Westtrakt befanden sich die Ställe. In der Burg (Schloss) hatten die Pflegsbeamten ihre Wohnungen, diese mussten sie aber räumen, wenn der Kurfürst für etliche Tage im Jahr zur Jagd mit seinen Gästen und Bediensteten kam. Vom Schloss ist heute nur noch der Südflügel erhalten.
1721 ließ der Bierbrauer Gerstlacher die noch heute gut erhaltene Barockkapelle Maria-Hilf errichten. Hierin befanden sich zahlreiche Votivtafeln an den Wänden, darunter drei vom großen Brande Schwabens im Jahre 1749, als durch Spielen mit einer Granate 35 Häuser niederbrannten. Die Bevölkerung setzte sich in dieser Zeit hauptsächlich aus bodenständigen Gewerbeschaffenden zusammen, die den Markt und die umliegenden Dörfer mit ihren Erzeugnissen versorgten. Die meisten dieser Kleingewerbe starben aus. Die Erinnerung an sie wird in der Benennung vieler Straßen wie Weißgerberweg, Nagelschmiedgasse, Kupferschmiedberg usw. wach gehalten.

Früher lag Schwaben fernab vom Verkehr. Mit dem Bau der Eisenbahn München - Simbach 1871 und dem Ausbau des Gleiskörpers nach Erding 1872 war für Schwaben ein großer Aufschwung verbunden. Die Post wurde der Bahn angegliedert und die Postkutsche sorgte für die Verbindung Schwaben - Anzing - Ebersberg. 1895 wurde ein „Posthaus" gebaut und 1909 elektrifiziert. Aus dem kleinen Marktflecken wurde ein Ort von übergreifender Bedeutung. Die Entwicklung der Einwohnerzahlen spiegelt das deutlich wider. Während um 1900 noch 1.442 Einwohner zu zählen waren, sind es 1939 bereits 2.598 und nach dem [Brunnen am Marktplatz] Kriege über 4.000. Diese Zahl ist bis heute auf rund 14.000 Einwohner angewachsen. Seit dem Jahr 1922 ist die Bezeichnung „Markt" Bestandteil des Ortsnamens.
Bis 1950 war das Pfarramt Feldkirchen für die evangelische Bevölkerung Markt Schwabens zuständig. 1953 war die Grundsteinlegung der Kirche und eines Pfarrhauses. Mit großer Eigenleistung der Gemeinde konnte schon zwei Jahre später die Philippuskirche eingeweiht werden. Aus dem bisherigen Pfarrvikariat entstand 1962 eine eigenständige Kirchengemeinde. 1967 erhielt die Philippuskirche eine Orgel. 1977 war in Markt Schwaben die Einweihung des Gemeindezentrums.

Den Sprung in die moderne Zeit machte Markt Schwaben nach dem Kriege durch einen gewaltigen Bevölkerungszustrom, der große Anforderungen an die Infrastruktur mit sich brachte. Die verkehrsgünstige Lage zur Landeshauptstadt begünstigte die Entwicklung. Diese Lage wurde 1972 durch die Einbeziehung in den Münchner Verkehrsverbund noch attraktiver.

Heute ist Markt Schwaben ein blühender Ort. Er hat übergeordnete Aufgaben zu erfüllen und ist mit einem modernen Schulzentrum (Grund- und Mittelschule, Realschule und Gymnasium), mehreren Sporthallen, einem großen Sportzentrum mit Stadion und einem Hallenbad mit Sauna ausgestattet. Die Wasserversorgung ist durch den Brunnen im Ebersberger Forst den Bedürfnissen angepasst und erhält von dort ein Wasser von hervorragender Qualität. Viele Handwerks- und Mittelstandsbetriebe sowie zahlreiche namhafte Industrieunternehmen und eine Brauerei tragen zu einem geordneten Gemeinwesen bei. Mehrere große Einkaufsmärkte versorgen Markt Schwaben mit Lebensmitteln. Über 71 Vereine und Verbände bieten für die Freizeitinteressen aller Bürgerinnen und Bürger ein beachtliches Angebot.

Sie möchten mehr über die Geschichte Markt Schwabens erfahren? Dann lohnt ein Besuch im Heimatmuseum.


Zum Heimatmuseum
Direkt nach oben
Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK